Brustgesundheit betrifft uns alle

MammAware ist ein interregionales Forschungsprojekt, das Bewusstsein für Vorsorge, Früherkennung und neue Wege in der Brustgesundheit schafft. Unsere digitalen Tools wie Virtual Reality Anwendungen und taktile Untersuchungen zeigen, dass Vorsorge nicht nur eine persönliche Aufgabe ist, sondern uns alle verbindet. Wir setzen uns für ein Gesundheitssystem ein, das auf Vorsorge und Fürsorge baut – nicht nur auf Behandlung. So bringen wir Brustgesundheit in den Alltag, in Freundeskreise, Unternehmen und die Gesellschaft, denn echte Vorsorge gelingt am besten gemeinsam.

Brustkrebs betrifft viele von uns – persönlich oder durch Menschen, die uns nahestehen. MammAware ist aus persönlichen Erfahrungen entstanden, mit der klaren Mission: Vorsorge soll kein Einzelkampf sein. Gemeinsam machen wir das Thema zugänglicher und bringen es in den Alltag – damit Brustgesundheit zur Selbstverständlichkeit wird.

Awareness ist der erste schritt

Früherkennung rettet Leben – doch sie beginnt damit, genau hinzusehen. Mit MammAware möchten wir dazu beitragen, dass mehr Menschen frühzeitig aktiv werden.

Denn je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen: Studien zeigen, dass über 90 % der Brustkrebspatientinnen im Frühstadium nach fünf Jahren noch am Leben sind. Viele dieser Leben wurden durch Aufmerksamkeit, Aufklärung und frühzeitige Selbstuntersuchung gerettet. Awareness macht den Unterschied.

Für uns bedeutet Awareness mehr als reine Information. Es geht um Aufmerksamkeit für den eigenen Körper, um ein Gefühl für Veränderungen und den Mut, hinzuschauen – aber auch um Geduld und Zeit, sich regelmäßig mit sich selbst auseinanderzusetzen. Nur so wächst die Fähigkeit, kleine Veränderungen frühzeitig zu bemerken. Ebenso wichtig ist ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür, wie entscheidend Früherkennung ist. Wir glauben: Wenn Wissen geteilt wird, wächst auch die Chance, gesund zu bleiben.

MammAware: von der Awareness zur Aktion

Bewusstsein ist der erste Schritt – doch genauso wichtig ist die Frage: Was tun wir mit diesem Wissen? Bei MammAware suchen wir nach neuen Wegen, wie Brustgesundheit gestärkt und Vorsorge alltagstauglich werden kann. Im Mittelpunkt stehen moderne Technologien, geschulte Tastuntersucherinnen und ein erweitertes Verständnis von Fürsorge, das über klassische Gesundheitsangebote hinausgeht. Denn Vorsorge kann nur wirken, wenn sie Platz im Leben der Menschen findet – und tatsächlich genutzt wird.

Technologie Trifft Vorsorge

Bei MammAware setzen wir auf digitale Technologien, um Brustgesundheit besser zugänglich zu machen – für den Alltag, für jede einzelne Person und für Betriebe und Gemeinschaften. Technische Innovationen können helfen, Unsicherheiten zu verringern, Vertrauen aufzubauen und Wissen direkt anwendbar zu machen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Virtual-Reality-Anwendungen, die bei der Selbstuntersuchung unterstützen. In einer App lernen Nutzerinnen und Nutzer anhand eines virtuellen Oberkörpers die richtigen Bewegungen – mit dem Vorteil, dass die Brust aus allen Perspektiven betrachtet werden kann. Was mit einem Spiegel kaum möglich ist, wird hier zu einer anschaulichen und aktiven Erfahrung. Im Fokus steht nicht nur das Lernen der Technik, sondern auch ein neuer, selbstbestimmter Umgang mit dem eigenen Körper.

Eine zweite Anwendung – die sogenannte „VR-Box“ – führt direkt am eigenen Körper durch die Untersuchung. Der Einstieg ist ruhig und achtsam gestaltet. Viele Frauen empfinden Scham oder Unsicherheit bei der Vorsorge – hier erleben sie diese Übung in einem geschützten Raum, alleine, mit Zeit und in einer Atmosphäre, die Rücksicht nimmt.

Darüber hinaus entwickeln wir Werkzeuge, um die Zusammenarbeit mit medizinischem Fachpersonal zu verbessern. Dazu gehört zum Beispiel die digitale Darstellung der Ergebnisse aus taktilen Untersuchungen durch sogenannte MTUs – Frauen mit Sehbehinderung, die von der Organisation Discovering Hands gezielt für die Brustkrebsfrüherkennung geschult werden. Ihre besondere Sensibilität ermöglicht es, kleinste Veränderungen zu ertasten. Durch digitale Auswertung und Darstellung soll ihre Arbeit sichtbarer und besser nachvollziehbar werden – auch für Ärzt:innen, die im Anschluss weiterbehandeln.

Wir haben im Projekt auch taktile Handschuhe getestet, um herauszufinden, ob damit medizinisches Fachpersonal gezielter geschult werden kann – mit dem Ziel, die besondere Sensibilität der MTUs auch technisch zu vermitteln. Leider ist diese Technologie derzeit noch nicht ausgereift. Kein System konnte bisher mit der Genauigkeit mithalten, die selbst ungeschulte Hände leisten können. Auch solche Rückschläge gehören zur Forschung – und helfen uns zu erkennen, welche Wege wirklich weiterführen.

Bildrechte: Discovering Hands

Discovering Hands: fühlen, was man nicht sieht

Ein wichtiger Teil von MammAware ist die Zusammenarbeit mit Discovering Hands. Dort werden sehbehinderte Frauen zu medizinisch taktilen Untersucherinnen (MTUs) ausgebildet, die durch ihre besondere Sensibilität kleinste Veränderungen in der Brust ertasten können. Für unser Projekt ist es ein zentrales Ziel, mindestens eine MTU für die Region auszubilden und so das Angebot vor Ort zu stärken. Gleichzeitig fließt die wertvolle Expertise von Discovering Hands direkt in die Entwicklung unserer digitalen Technologien ein – so entsteht eine enge Verbindung von praktischer Erfahrung und technologischem Fortschritt.

Knoten, die medizinisch taktile Untersucherinnen ertasten, sind oft winzig – viel kleiner, als man vermutet. Studien zeigen, dass MTUs etwa 30 Prozent mehr und deutlich kleinere Gewebeveränderungen entdecken als Ärztinnen und Ärzte. Diese Erfolge zeigen, wie wertvoll es ist, den eigenen Körper gut zu kennen, um auch kleinste Veränderungen wahrzunehmen. Wenn man sich regelmäßig Zeit für den eigenen Körper nimmt, kann man viel bewusster spüren, was sich verändert – und damit aktiv zur Vorsorge beitragen.

Vorsorge beginnt bei dir

Manchmal braucht es nur den richtigen Impuls, damit etwas ins Rollen kommt. Vielleicht ein Gespräch in der Mittagspause, ein Hinweis in der Teamsitzung, oder die Frage, warum es eigentlich noch keine betriebliche Tastuntersuchung gibt.

Wer über Brustgesundheit spricht, macht einen Unterschied – ob im eigenen Umfeld, am Arbeitsplatz oder in der Öffentlichkeit. Und wer sich mit dem eigenen Körper auseinandersetzt, stärkt nicht nur das eigene Gespür, sondern oft auch das von anderen.

Es gibt viele Wege, aktiv zu werden. Und jeder einzelne zählt.

Projektpartner

Was MammAware möglich macht, ist die enge Zusammenarbeit ganz unterschiedlicher Partner – aus Forschung, Medizin, Praxis, Gesellschaft und Technologie. Dieses Zusammenspiel vielfältiger Perspektiven ist zentraler Teil des Projekts.

FH Vorarlberg Logo
Discovering Hands Logo
Kabtec Logo
Medizin Campus Bodensee Logo
Österreichische Krebshilfe Logo
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Dr. Hubert Jocham, MSc
Fachhochschule Vorarlberg
Projektleitung

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Dr. med. Frank Hoffmann
Ideengeber und Gründer von Discovering Hands

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OA Dr. Bernd Hartmann
Krebshilfe Vorarlberg

Forschung & Medizin

OA Dr. Bernd Hartmann (Krebshilfe Vorarlberg)
Dr. med. Frank Hoffmann (Discovering Hands)
Dr. med. Hans-Walter Vollert (Medizin Campus Bodensee)

Dipl.-Wi.-Ing. Julia Schneider, MSc (FHV)
Dr. Alison Themessl-Huber (FHV)

Virtual Reality & Programmierung

Bernd Kaltenbach (Kabetec)
Daniel Scherer (Kabetec)
Sarah Schmidt (Kabetec)

Elias Berchtold, BSc (FHV)
Mag. (FH) Andreas Künz (FHV)
Sebastian Rangger, MA (FHV)

Organisation & Dissemination

Dr. Hubert Jocham, MSc (FHV)
Marie Hess (FHV)
Fabienne Summer, BScN (FHV)
Christiane Valtiner, MA (FHV)

MammAware
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